Gesundheit Vorsorge Tipps

Donnerstag, 13. Januar 2011 von End- und Dickdarm Zentrum Hessen-Mitte (EDZ)

Viele Enddarmleiden entwickeln sich lange bevor sie Beschwerden machen. Dies gilt nicht nur für bösartige Erkrankungen wie Darmkrebs, sondern vor allem für Hämorrhoiden und ihre Folgen.

Mit frühzeitigen Untersuchungen und vorbeugenden Maßnahmen lassen sich in der Regel ernsthafte Erkrankungen vermeiden. So beugen Sie Darmbeschwerden effektiv vor:

Mindestens 2 Liter Flüssigkeit

Trinken Sie diese Menge täglich, um eine gesunde Verdauung zu unterstützen. Nur Faserstoffe und die richtige Menge Flüssigkeit führen zu einem gut geformten Stuhl und zu einem gesunden Darm.

Schädliche Abführmittel

Abführmittel sind nicht nur überflüssig, sondern können sogar sehr schädlich sein und gefährliche Nebenwirkungen wie Wasser- und Salzverlust, Herz-Kreislaufschwäche und Leberschäden verursachen. Darüberhinaus fördern sie die Entstehung von Hämorrhoiden und anderen Enddarm-Erkrankungen. Die natürliche Alternative sind Ballaststoffe.

Richtige Analhygiene

Nach jedem Stuhlgang sollte man den After feucht reinigen, z.B. in einem Bidet oder einer Einsatzschale. Am schonendsten geschieht dies mit lauwarmem Wasser und der eigenen Hand, ohne dass Seife oder gar desinfizierende Zusätze verwandt werden. Anschließend den After mit weichem Papier trockentupfen, keinesfalls trockenreiben. Handelsübliche Feuchttücher empfehlen wir wegen des Allergierisikos grundsätzlich nicht.

Körpergerechtes Stuhlverhalten

Oft ist das Bindegewebe zu schwach ausgebildet und wird durch belastende Tätigkeit zusätzlich geschwächt, z.B. Joggen, schweres Heben etc. Daher ist das Hämorrhoidalleiden so weit verbreitet (bei nahezu jedem zweiten Erwachsenen). Aber auch eine nachlassende Stuhlkontrolle (Inkontinenz) hat hier häufig ihre wesentliche Ursache - oft verstärkt durch jahrelanges Fehlverhalten auf der Toilette. Insgesamt sollten Sie sich höchstens 3 min auf der Toilette aufhalten. Nicht nachpressen bei der Entleerung. Ganz schlecht ist das Zeitunglesen auf dem WC, denn durch das lange Sitzen wird der Darm nach unten gedrückt und der Schließmuskel leiert allmählich aus.

Faserreiche Ernährung

Hauptursache von Enddarmleiden und anderen Zivilisationskrankheiten ist offensichtlich unsere heutige faser- und ballaststoffarme Ernährung. Ballaststoffe, also alle unverdaulichen Pflanzenteile, sind in Schalen und Gehäusen von Gemüse und Obst enthalten oder auch in Vollkornbrot. Wir empfehlen 1-2 Esslöffel Weizenkleie täglich, z.B. in Müsli oder Suppe.

Sie sind - zusammen mit ausreichend Flüssigkeit - die Füllstoffe für den Darm, um die Darmwand zu dehnen. Erst die dadurch ausgelösten Füllungs- und Dehnungsreflexe aktivieren die Darmtätigkeit.

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